Welpenerziehung: Welpen sollten sich auf soziale Umweltreize einstellen können

Geschrieben von Nito am August 1st, 2012 in Welpenerziehung

Wer möchte nicht einen geselligen, freundlichen und beziehungsbereiten Hund an seiner Seite? Die Voraussetzungen dafür werden in der Sozialisationsphase geschaffen: ein Zeitraum, in dem sich der Welpe auf all die sozialen Umweltreize einstellt, die ihm geboten werden.Welpenerziehung,  Hundewelpen-Erziehung. Die Sozailisierung.

Auch wenn der Begriff der Sozialisationden Wortstamm „sozial“ enthält, der „gesellig“ oder „gemeinschaftlich“ bedeutet, wird er normalerweise bei Menschen und anderen Tierarten für alle Einflüsse verwendet, die aus der Umwelt auf ein Jungtier einwirken und es in seinem zukünftigen Verhalten und seinen Reakationen prägen.

Zur Sozialisation gehören also Sinnesreize un dandere Umwelteinflüsse ebenso wie der Umgang mit Artgenossen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Status. Dieser Umgang wiederum formt die Ausprägung des eigenen Verhaltens und zukünftige Verhaltesstrategrien eines Hundes.

Eine notwendige Voraussetzung für die Sozialisation ist die Funktionsfähigkeitder Sinnesorgane. Hier unterscheiden sich Hunde und Menschen bekanntlich deutlich: Während wir Menschen, wie auch unsere äffische Verwandtschaft, von Anfang an mit leistungsfähigen Sinnesorganenen ausgestattet sind und daher die Welt vom ersten Tag  an mit allen Sinnen erfassen können, ist ein Hundewelpe zunächt nur auf wenige Sinnesorgane, zumeist im Nahbereich, angewiesen. Nase, Tastsinn, Wärmesinn und ggfs. auch der Geschmack funktionieren bereits; Augen und Ohren öffnen sich dagegen erst später. Zudem sind Hundewelpen auch in ihrer Bewegungsfähigkeit anfänglich wesentlich eingeschränkt.

Somit entstehen die ersten Umweltreize bei diesen nesthockenden Säugetieren eher durch Konktakt mit den Wurfgeschwistern in der Wurfhöhle oder -kiste. Dies äußert sich beispielsweise darin, dass Sozialkontakte einfacher Art und sogar beginnende leichte Balgereien unter den Jungtieren wesentlich früher auftreten als das Erkunden der unbelebten Umwelt.

Bei unserer äffischen Verwandtschaft ist das umgekehrt. Affenjunge betrachten zunächst mit sehr viel Interesse und Konzentration die unbelebte Umwelt – Pflanzen, Stöckchen, Steinchen und andere Gegenstände – und beginnen, mit diesen  zu spielen. Erst danach, wenn die unbelebte Umwelt langweilig geworden ist ,bekommt das Sozialspiel mit Artgenossen seinen Reiz.

Wegen der unterschiedlichen Entwicklungsläufe verläuft die Sozialisation bei Hunden anders. Bereits in der frühen Jugend nehmen die Wurfgeschwister Einfluss, schon jetzt sind Sozialkontakte wichtig. Sobald die Wurfhöhle verlassen wird, beginnt die Phase der Umweltsozialisation. Jetzt werden vielfältige  Gegenstände interessant und spannend. Diese Phase ist von großer Bedeutung für die Stabilität des zukünftigen Hundes. Viele Untersuchungen zeigen, dass Sinnesreize,  Informationen, Geräusche, aber auch Lebewesen, die der Hund bis zu seiner zwölften Lebenswoche bereits als harmlos oder unbedeutend erlebt oder sogar mit einer positiven Belegung kennengelernt hat, später nicht zu Angst, Panik oder Stress führen.

Dagegen können Reize , die der Hund in den ersten drei Lebensmonaten nicht kennengelernt hat, später zu negativen Verknüpfungen führen und Stress, Furcht oder sogar allgemeine Angstzustände auslösen.