Hundewelpen können von Anfang an warm und kalt unterscheiden, zeigen Schmerzreaktionen und trotz verschlossener Ohrkanäle eine typische„Schreckreaktion“ auf laute Geräusche. Es finden bereits in dieser Phase wesentliche Wachstums- und Differenzierungsprozesse von Körper, Gehirn und Nervensystemen statt. Milder Stress in diesem frühen Lebensabschnitt fördert die Entwicklung des Immunsystems und legt den Grundstein für die Befähigung des Organismus, mit Stress und Belastungen umzugehen. Wenn ein Welpe Hunger hat oder friert, muss er aktiv werden, um diese Mängel auszugleichen. Er muss sich anstrengen, um seine Bedürfnisse zu befriedigen.

Am Ende steht dann der Erfolg. Voller Magen, Wärme, und der Welpe hat eine Grundinformation über das Prinzip späterer psychischer und physischer Vorgänge und über das Lernen erhalten.

Dies ist der Regelkreis „Motivation-Appetenz-Endhandlung-Erlöschen der Motivation“. Am Beispiel Saugen wären es die folgenden Einzelkomponenten: Hunger (Motivation) – Suchen und Aufsuchen der Zitzen (Apetenz)  Saugen (Endhandlung) – Sättigung – (Erlöschen der Motivation).

Die Sozialisierhungsphase des Welpen

Im Alter von etwa vier Wochen treten die Welpen in die Sozialisierhungsphase ein, die nächsten zwei Monate sind die prägendste und wichtigste Zeit ihrer Entwicklung. In dieser Phase ist ihre Denk- und Konzentrationsfähigkeit bereits genauso stark ausgebildet wie die eines ausgewachsenen Hundes.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt,dass Welpen, die zwischen der vierten und der zwölften Woche keinen Kontakt mit Menschen hatten, Angst vor ihnen entwickelten und später ohne fachmännische Hilfe nicht ausgebildet werden konnten.

Die meisten Welpen bleiben bis zur siebten oder achten Woche bei der Mutter . Anschliessend beginnt die Entwöhnungsphase: Die Welpen machen erste Erfahrungen mit Konflikten und Frustration. Im Spiel mit den Wurfgeschwistern lernen sie soziales Verhalten. Sie probieren aus, wie stark man die anderen beissen kann, und messen sich im spielerischen Kampf. Bereits in disem frühen Stadium lassen sich sexuelle Handlungen und räuberische Verhaltensweisen beobachten: Vier bis fünf Wochen alte Welpen beiderlei Geschlechts besteigen sich gegenseitig und machen sich über Dinge her, als wollten sie ein Beutetier töten.

Welpenaufzucht – was man beachten sollte

Normalerweise bleibt ein Welpe bei der Mutter, bis er die Sozialisierungsphase erreicht hat. Folglich liegt es in der Hand des Menschen, die kleinen Racker zu erziehen und sie an die verschiedenen Geräusche, Gerüche und Gegenstände zu gewöhnen. Vor dem ersten Verlassen der Wurfkiste sollte der Welpe schon von verschiedenen Menschen angefasst worden sein. Ausserdem sollte er bereits Bekanntschaft mit den unterschiedlichen Reizen gemacht haben, bevor er in sein neues Heim gebracht wird.

Welpen, die nicht angemessen sozialisiert wurden, benötigen dringend die Hilfe eines Fachmanns.  Immer wieder werden Welpen, gerade hier in Spanien, viel zu früh der Mutter entrissen. Welpen, die vier oder sechs Wochen alt sind, werden auf den Märkten angeboten oder in Zoohandlungen verkauft.  Das ist ein barbarisches Unterfangen.  Die Welpen brauchen in dieser Lebensphase ihre Mutter und die Mutter braucht ihre Welpen.  Für beide ist es eine traumatische Erfahrung, wenn sie den Prozess dieser Sozialisierungsphase nicht miteinander erleben dürfen.   Der Kontakt zu Menschen ist in dieser Phase wichtig, das ist unbenommen so.  Aber die Welpen der Mutter zu entreisen, ist ein Vorgang, der psychische und extreme emotionale Schäden nach sich ziehen kann.