Hunde sind Hunde! Das mag ein wenig banal klingen, sollte aber immer wieder betont werden. Vielen Menschen sind die Vierbeiner derart ans Herz gewachsen, dass es ihnen schwerfällt, sich deren Grenzen und Fähigkeiten bewusst zu machen. Hunde sind eine wundervolle Kombination aus Instinkt und Erziehung, angeborenem Verhalten und Erlerntem. Fast jede ihrer Verhaltensweisen hat in der Wildnis einen Sinn, sie ermöglicht die Fortpflanzung und das Überleben der Rasse. Leben Hunde jedoch mit Menschen zusammen, müssen sie begreifen lernen, wann und wo sie ihr natürliches Verhalten ausleben können.

R u d e l v e r h a l t e n

Hunde sind Gemeinschaftswesen: Sie wollen sich in das Rudel einfügen und Teil einer Gruppe sein. In der Wildnis würde ein einzelner Hund  oder ein Wolf nur mit Mühe überleben, da er es nicht gelernt hat, alleine zu jagen. Aus diesem Grund unterwirft sich ein freilebendes Rudel auch einer strengen sozialen Hierarchie; diese legt fest, welches Rudelmitglied Nachkommen zeugen und wer zuerst von der erlegten Beute fressen darf.

Selbstverständlich gibt es innerhalb eines Rudels auch Auseinandersetzungen. Für das Fortbestehen des Rudels wäre es sehr hinderlich, würden sich die Hunde gegenseitig verletzen. Deshalb entwickelten sie eine Reihe von Ritualen, um Konflikte ohne Blutvergießen zu lösen. Diese theatralische Form der Körper- und Gesichtssprache ist ein wirksames Kommunikationsmittel, dem Gegenüber die gegenseitigen Absichten und Antworten zu übermitteln.

Lange Zeit war man der Ansicht, dass der grösste und stärkste Wolf automatisch auch den höchsten Rang in einem Rudel einnimmt. Heute jedoch weiß man, dass das Tier mit der besten Kommunikationsfähigkeit die größte Macht besitzt.