Seine Eleganz und die Schönheit haben den Weimeraner zu einem beliebten Begleiter von Nichtjägern gemacht. Das bringt leider nicht nur Freude – sondern auch Probleme. Ohne Zweifel ist der Weimeraner ein bildschöner Hund, und für viele glückliche Halter ist er der Traumbegleiter. Doch weil er in den letzten Jahren immer populärer wurde, gelangte er oft genug in die Hände von Trendsettern und überforderten Haltern. Die Spätfolgen zeigen sich jetzt, wenn viele verhaltensgestörte oder verkorkste Weimeraner aus zweiter Hand angeboten werden oder in den Tierheimen landen.

Einen neuen Menschen zu finden, ist garnicht so leicht für sie. Die Weimeraner werden seit über 100 Jahren für die Jagd gezüchtet, besser gesagt, ursprünglich für F’örster, die nicht nur einen vielseitigen Jagdhund, sondern auch einen Hund brauchten, der bewacht und geschützt.

Diese Eigenschaften, also Schutztrieb und Mannschärfe, sind neben dem Jagdtrieb nicht zu unterschätzen. Hundefreunde sollten sich also wirklich genau überlegen, ob sie dies mit ihrem Alltag wirklich vereinbaren können.

Weimeraner sind oft auch mißtrauisch gegen Fremde, lassen sich von diesen nicht gerne anfassen und brauchen ungedingt eine konsequente, ganz spezielle Erziehung.  Ich spreche hier vom Regelfall – ich weiss, von einigen Hundebesitzern, dass es natürlich auch hier die Ausnahme gibt ! Die Rasse ist äußerst sensibel (wie alle Jagdhunde) . Man sollte sie nie, niemals mit Härte erziehen. Sie sind äußerst intelligent und brauchen täglich nicht nur viel Auslauf, sondern müssen auch im Kopf ausgelastet werden.

Wer seinen Weimeraner nicht jagdlich führt, muss ihn unbedingt eine andere regelmässige Beschäftigung anbieten z.B. dummyarbeit, Mantrailing, Fährten- oder Rettungshundearbeit.

Wenn er ausgelastet wird, kann auch ein Nichtjäger diesem Hund gerecht werden. Ein unterforderter Weimeraner dagegen, der seine genetischen Triebe nicht ausleben darf, wird dies anderweitig tun – er wird z.-B. anfangen, Jogger, Radfahrer, Züge usw. zu jagen, wird Spaziergänger verbellen und stellen und zu Hause, wenn er alleine ist, die Wohnung etwas „umdekorieren“.

Weimeraner laufen nicht nur schnell, sondern auch raumgreifende, man muss sie jede Sekunde im Auge behalten, um sie rechtzeitig abrufen zu können. Einfach nur spazieren gehen ist ihnen zu langweilig – da ist ein gemütlicher Spaziergang mit anderen Hundehaltern, mit denen man sich unterhalten möchte, fast unmöglich.

Fehler im ersten Lebenjahr rächen sich bitter. Wenn der Hund ca. 2 bis 4 Jahre alt ist, sind Jagdtrieb, Schutztrieb und Mannschärfe wirklich voll ausgeprägt, denn Weimeraner sind Spätzünder. Viele Weimeraner werden in diesem Alter abgegeben, weil sie z.B. jemanden gebissen haben, weil die Halter mit dem Jagdtrieb nicht klarkommen, oder sich aus sonstigen Gründen überfordert fühlen.

Wer sich ernsthaft für diese Rasse interessiert, sollte sich nicht nur ganz genau informieren, sondern sich auch direkt an Weimeraner-Halter wenden, sich mit ihnen treffen, auf Spaziergängen mitlaufen und den künftigen Traumhund live erleben.