Meine Hündin war schwanger. Ich freute mich mehr auf die Geburt und war vermutlich mehr schwanger als meine kleine Hündin. Die 63 Tage der Schwangerschaft dauerten für mich endlos. Ich konnte den Tag kaum erwarten!

Alles war akribisch vorbereitet. Die Wurfkiste entsprach allen Empfehlungen. Es lag eine beheizbare Decke unter den Tüchern, die Ecke war abgedunkelt, ich hatte meiner schwangeren Hündin wochenlang Leckerchen in die Kiste gelegt, um sie zu überzeugen, dass es wohl kaum einen schöneren Platz auf der Welt geben könnte,als diese Kiste .

Trächtige Hündin trägt 63 Tage

Es war der 63. Tag! Nachdem meine Sicha keinerlei Anstalten machte, in die Wurfkiste zu gehen, oder ich überhaupt eine Veränderung an ihr feststellen konnte, blieb ich zwar in Habacht-Stellung, aber ging meinem üblichen Pflichtprogramm nach. Plötzlich hörte ich einen meiner grossen Hunde bellen. Das Bellen klang irgendwie anders. Sino stand vor dem berühmten „Angsteck“ in der Küche (nicht vor der Wurfkiste) und fand irgendetwas total spannend. Der Schwanz wedelte und er blockierte die Sicht. Das Angsteck habe ich für meine Angsthunde eingerichtet. Sobald sie Feuerwerk, Donner oder Böller hören, verziehen sie sich in dieses besagte Eck. Mit diesen Lautpegeln muss man hier in Spanien leben und ständig damit rechnen.

Nachdem ich mir die Sicht freigekämpft hatte, sah ich die kleine werdende Mutter im Eck liegen. Obwohl ich auf diesem Sektor genauso unerfahren war wie meine Hündn, lokalisierte ich Wehen. Und …. oh, welch ein Wunder, Sekunden später wurde ein Welpchen geboren!! Ich stand völlig fassungslos und wie paralysiert vor diesem Ereignis. Alles was ich mir angelesen hatte, war vergessen, einfach aus meinem Gechächtnis getilgt. Ich war nur noch fasziniert. Setze mich auf den Boden, sah mir Mutter und „Kind“ an und stellte fest, dass Sicha alles richtig machte.

Hündinnen sind meistens perfekte Mütter

Sie säuberte das kleine Welpchen, durchtrennte die Nabelschnur und schob sich das kleine Wesen an die Zitzen. Als sie aufstand war ich schier vom Donner gerührt. Unter der jungen Mutter lag bereits ein kohlrabenschwarzes Miniwelpchen, dass sich auf Minibeinchen direkt zu den Zitzen drängte. Ich blieb eine Stunde in meiner Warteposition. Keine Wehen mehr, keine Auffälligkeiten. Hies: meine Sicha war stolze Mama von zwei kleinen Welpchen geworden. Tobi und Tabs, zwei Rüden , hatten das Licht der Welt erblickt.

Es gab kaum ein Ereignis in meinem Leben, wenn überhaupt, dass mich mehr ergriffen hätte und mehr anrührte, als die Geburt dieser kleinen, winzigen Tierchen. Tobi wog 180 Gramm, Tabsi 170 Gramm.Die beiden Brüder habe ich selbstverständlich nicht trennen können. Nachdem niemand zwei Hunde auf einmal haben wollte, habe ich sie einfach behalten Zwischenzeitlich sind die beiden unzertrennlichen Brüder 4 Jahre alt und sind nach wie vor „Topf und Deckel“.Sie küssen und sie schlagen sich. Aber sie lieben sich inniglich und sind wirklich unzertrennlich. Ich erfreue mich jeden Tag aufs neue an diesen beiden Rackern. Die Mutter wurde nach angemessener Zeit sterilisiert.Ich kann schließlich nicht alle Welpen behalten.