Zwingerhusten – hochansteckende Atemwegserkrankung des Hundes.

Geschrieben von Nito am Juli 30th, 2012 in Hundekrankheiten

Früher litten besonders häufig Tiere, die zu mehreren in einem Zwinger untergebracht waren, an dieser Erkrankung daher der Name Zwingerhusten. In einer derartigen Haltung stehen die Tiere extrem unter Stress, zeitgleichhaben sie engen Kontakt miteinander. Keime sind reichlich vorhanden; zudem haben sie ein leichtes Spiel: ie Übertragungswege sind kurz. So ist es nicht verwunderlich, dass damals häufig alle Tiere eines Zwingers erkrankten. Zwinger gibt es heutzutage kaum mehr – im Gegensatz zum Zwingerhusten.

Auslöser

Oft sind mehrere verschiedene Krankheitserrger am Infekt beteiligt. Am häufigsten sind das canine Parainfluenziavirus, ds canine Adenovirus und ds Bakterium Bordetalla bronchiseptica mit von der Partie. Meist sind die Viren als erste vor Ort. Sie schädigen die obersten Schichten der Schleimhaut. Dies begünstigt in zweiter Instanz das Ansiedeln von Bakterien; kommen diese hinzu, spricht man von einer Sekundärinfektion. Dabei handelt es sich dann um die schweren Fälle. Die Kranheitsverläufe sind langwierig, die Tiere in ihrem Allgemeinbefinden deutlich gestört.

Ansteckung

Die Kranheitskeime werden von Tier zu Tier über Tröpfchen übertragen. Meist geschieht dies beim Anhusten. Aber auch im Kampf umd das schönste Spielzeug oder den längsten Stock kann es zu einer Ansteckung kommen. Hundehalter sollten sich also ähnlich wie Eltern auf dem Spielplatz gegenseitig warnen. Vorsicht; mein Hund ist nicht gesund. Abstand für einige Tage ist der beste Schutz vor einer Ausbreitung der Erkältung.

Erscheinungsbild

Dem Besitzer fällt zunächst meist ein Hüsteln auf, das sich innerhalb kurzer Zeit zu einem ernsten trockenen Husten entwickeln kann. Die luftführenden Wege der Nase, der Kehlkopf, die Luftröhre und gelegentlich auch die Bronchien sind entzündet. Das Husten kann dadurch teilweise wie ein Würgen oder Röcheln klingen. Das lässt Tierhalter an einen Fremdkörper denken, der im Rachen steckt. Auch für den Tierarzt liegt die Abgrenzung zum Fremdkörper nicht immer gleich auf der Hand. Ert eine gründliche Untersuchung bringt Klarheit. Ausserdem wird beim Zwingerhusten häufig wässriger Nasenausfluss beobachtet.

Das Allgemeinbefinden der erkrankten Tiere ist dabei  meist nur wenig getrübt. Vom Futternapf hält die Erkrankung jedenfalls nur die wenigsten ab. Auch den Spaß am ‚Spiel lassen sich Zwingerhustenpatienten kaum nehmen.  In einigen Fällen tritt jedoch Fieber auf. Grundsätzlich schwellen immer die Mandibularlymphknoten an. Sie kann der Tierhalter selber an der Innenseite des Unterkiefers am Übergang zum Hals beidseitig ertasten. Bei einem mittelgroßen gesunden Hund um die 20 kg sind diese Lmyphknoten etwa so großwie eine Kirsche ist.  Ist der Durchmesser größer, liegt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Tier an einem Infekt leidet. So kann der Besitzer selber erste Schritte auf dem Weg zur Diagnose machen.

Behandlung

Eine medikamentöse Therapie ist nur bei schwer erkrankten Patienten angezeigt oder wenn der Husten länger als zehn Tage andauert. Auch Tiere mit Fieber sollten ein Antibiotikum und fiebersenkende Arzneimittel erhalten. Kommt der Vierbeiner durch das ständige Husten kaum zur Ruhe ,gibt es Medikamente, die den Hustenreiz unterdrücken. Diese dürfen jedoch nur bei gänzlich trockenem Husten verabreicht werden. Sind die Bronchien hingegen verschleimt, eignen sich Präparate besser, die den Auswurf verflüssigen und damit das Abhusten erleichtern.

Auf jeden Fall müssen hustende Hunde geschont werden. Lange Spaziergänge und Badeausflüge sind während der Kranheitsphase tabu. Rotlicht mit ausreichend Abstand kann helfen, den Krankheitsverlauf abzumildern.  Der Zwingerhusten ist eine sehr ernst zu nehmende Hundekrankheit.

Impfung

Wie zu Eingang erwähnt, handelt es sich beim Zwingerhusten um eine Infektionskrankheit, bei der mehrere Erreger beteiligt sind. Gegen einige kann man impfen, und hier greift auch der Schutz. Übrig bleiben immer noch die anderen Erreger, gegen die es keinen Impfstoff gibt. Geimpfte Tiere müssen sich nur mit diesen Kranheitsauslösern herumschlagen und sind wenigstens gegen die übrigen gefeit.  Dadurch verläuft bei ihnen die Kranheit milder.

Das Immunsystem ungeimpfter Tiere hat dagegen mit der gesamten Palette der Krankheitserreger zu kämpfen. Das ist natürlich ungleich schwerer. Daher sind bei ihnen die Symptome ausgeprägter, der Kranheitsverlauf ist länger. Selten kommt es zu Todesfällen.