Hunde mit Handicap – Behinderung des Hundes

Geschrieben von Nito am November 23rd, 2009 in Gesundheit

Jeder Hund hat ein Herz und eine Seele, aber handicap-Hunde werden oft auser Acht gelassen. Den meisten erscheint es als zu aufwändig. Mancher kommt auch zu dem ersten Gedanken, dass behinderte Hunde kompliziert oder keine „normalen“ Hunde seien und man nicht viel mit ihnen unternehmen könne. All dies ist falsch! Auch auf drei Läufen ……kann man fröhlich und schnell durchs Leben laufen. Wenn man taub ist, hört man seine Welt zwar nicht, aber man sieht sie. Ein blinder Hund wird seine Umwelt nie mit den Augen wahrnehmen können , doch er erkundet sie auf seine Weise: mit Nase und Ohren.

Nur weil ihnen ein Sinnesorgan oder ein Lauf fehlt, verlieren diese Hunde nicht die Lust am Leben. Ein Leben mit nur drei Läufen, ohne Gehör oder ohne Sehkraft, tut nicht weh. Weh tun ihren Besitzern nur die Bemerkungen von Menschen, die meinen, dass solch ein Hund besser eingeschläfert werden sollte.

Ein Hund mit Handicap orientiert sich nicht an seiner Behinderung, sondern an der Normalität, die wir ihm als Halter vorleben müssen. Zusammen an dieser Aufgabe zu wachsen, gemeinsam den Weg zu beschreiten, ist der Grundstein für ein Zusammenleben, das eines  ganz deutlich zeigt: Hunde mit Handicap sind ganz normale Hunde.

Mitleid ist etwas was behinderte Hunde ganz sicher nicht brauchen. Im Gegenteil: Fängt man an, sie aufgrund ihres Handicaps zu „betüddeln“, bekommt man, wie bei jedem anderen Hund auch, ganz schnell die Quittung. Sie müssen wie alle anderen Hunde auch erzogen werden und brauchen artgerechte Beschäftigung.

Natürlich muss man sich auf den jeweiligen Hund einstellen und herausfinden, was ihn auslastet und was ihm Freude bereitet. Ein tauber Hund kann Agility machen, ein dreibeiniger Hund dagegen nur schwer. Für Fährtentraining eignen sie sich alle.

Bei einem dreibeinigen Hund kann es Probleme beim ‚Treppensteigen geben. Gelöst wird so ein Problem, indem man leichtere Exemplare die Treppe hinaufträgt. Zur Unterstützung, falls das Tier dafür zu schwer ist, gibt es auch entsprechende Geschirre, mit denen man Hunden beim Treppensteigen helfen kann. Alternativ sucht man sich eine ebenerdige Wohnung oder zieht in ein Haus mit Garten. Spaziergänge mit einem 3-Beiner macht man davon abhängig, wie lange der Hund gehen kann. Das ist von Hund zu Hund unterschiedlich: Manche rennen für ihr Leben gern, andere sind eher gemütlich.

Generell können Hunde, deren Hinterlauf amputiert ist, leichter durch die Gegend toben als Hunde, denen ein Vorderlauf fehlt. Das resultiert daher, dass das Körpergewicht 60:40 verteilt ist: 60 Prozent des Gesamtkörpergewichts lasten auf der Vorderhand und 40 Prozent auf der Hinerhand. Bei jedem Hund sollte man auf das Körpergewicht achten, bei dreibeinigen jedoch vermehrt, da jedes Gramm zu viel eine Belastung darstellt.