Die Erstversorgung des Hundes bei Verletzungen

Geschrieben von Nito am Januar 16th, 2017 in Gesundheit

Sie werden es sicher auch schon erlebt haben, sie spazieren friedlich mit ihren Hunden einher und plötzlich ist einer der Hunde verletzt. Mal reisst er sich die Pfote an einem Dornen auf, mal gibt es eine Auseinandersetzung mit einem Artgenossen – oder er tritt auf eine Glasscherbe.


Nicht mit jeder dieser sehr alltäglichen Blessuren müssen Sie zum Tierarzt, manch oberflächliches lässt sich auch gut selbst behandeln, je nach eigenen Kenntnissen und Zutrauen (das aber bitte realistisch einschätzen).
Denken Sie auch hier immer daran, dass jederzeit die Gefahr besteht, dass der Hund unvorhergesehen reagiert und (aus Schmerz) schnappen könnte.

Ich habe mir schon vor Jahren eine spezielle Hundeapotheke zugelegt. Von Betadine, dem Jod für den Hund, dass ich auch bei mir selbst bei Verletzungen benutze, da es im Gegensatz zu „normalem“ Jod, auf der Wunde nicht brennt, bis zu Verbandsmaterial, Alkohol zum Desinfizieren usw.   Diese Hausapotheke hat mir immer wieder gute Dienste geleistet. Ohne diese ging es garnicht. Meine eigene Hausapotheke ist so klein, dass ich darauf nicht zurückgreifen könnte, im Ernstfall.  Selbstverständlich sollten Zeckenzange, Mullbinden, Klebeband, Fieberthermometer, Schere und Flohkamm nicht fehlen.

Medikamente sollten Sie allerdings nur in Absprache mit dem Tierarzt verabreichen.

Oberflächliche Wunden, speziell Schürfwunden, sollten nach Möglichkeit sauber und offen gehalten werden, sie trocknen und heilen dann schneller ab. Bitte keine Salben drauf schmieren, unter deren verschließender Fettoberfläche vermehren sich Bakterien unkontrolliert.

Bissverletzungen

Bissverletzungen sind, auch wenn sie klein und harmlos aussehen, immer ein Anlass zur Sorge. Zum einen sind die Wunden immer mit Keimen, die am Gebiss des beißenden Hundes haften, verunreinigt. Zum anderen wird die Haut meist durch die Zähne angehoben, so dass darunter kleine Wundhöhlen entstehen, in denen sich Blut und Sekret ansammeln kann. Manchmal kommt es, vor allem durch die Fangzähne, zu Einblutungen in tieferes Gewebe.

Bissverletzungen sollten Sie immer äußerst gründlich freilegen, das drum herum befindliche Fell zurückschneiden und die Wunden sorgfältigst desinfizieren. In den folgenden Tagen immer wieder einmal auf mögliche Entzündungen kontrollieren und sauber halten. Größere Bissverletzungen, bei denen Haut abgerissen wurde, gehören immer zum Tierarzt, da hier meist genäht werden muss.
Lebensbedrohlich kann der Biss eines großen Hundes in den Brustraum eines kleineren sein. Hier ist die Gefahr einer Perforation des Brustraumes gegeben, die Folgen können Atemnot bis hin zum Atemstillstand sein. Diese Fälle sicherheitshalber stets vom Tierarzt kontrollieren lassen.

Pfotenverletzungen

Dies sind ebenfalls Wunden, die in der Regel verunreinigt sind. Falls an den Wundrändern Haare vorhanden sind, diese wegen des möglichen Verklebens und der Entzündungsgefahr zurückschneiden. Stark verschmutze Wunden können zunächst mit klarem Wasser gereinigt werden, danach desinfizieren.

Ist die Wunde recht oberflächlich, können Sie sich zu Hause vermutlich mit einem alten Socken behelfen, damit der Hund nicht leckt und zum Spazierengehen einen Pfotenschutz-Schuh verwenden.

Bei tieferen oder stark blutenden Wunden sollten Sie – wenn Sie Pfotenverbände nicht beherrschen – den Tierarzt aufsuchen. Niemals sollten Sie die Pfote einfach verbinden. Die Hundepfote muss (auch zwischen den Zehen) sehr gut abgepolstert sein, bevor der eigentliche Verband drum kommt, sonst haben Sie innerhalb kürzester Zeit mehr Probleme durch wundgescheuerte Stellen als durch die Verletzung an sich.

Um das Feucht werden des Verbandes beim Spaziergang möglichst zu verhindern, hilft eine Tüte über den Verband und dann ordentlich Klebeband oder Malerkrepp (ist griffiger) drum. Je nach Hund und Wetterlage lässt sich darauf einige Zeit laufen, der Hund sollte natürlich an der Leine bleiben. Bitte einen „Plastiktüten“-überzieher gleich nach dem Spaziergang wieder abnehmen.

War ein fachmännischer Verband zur Wundversorgung notwendig, so kann nach dessen Abnahme in den ersten Tagen das Nutzen des Pfotenschutz-Schuh hilfreich sein, um ein erneutes Verletzen der gerade verheilten Stelle zu verhindern.