Hundeverhalten: warum Hunde markieren. Warum markiert mein Hund ?

Geschrieben von Nito am August 1st, 2012 in Hundeverhalten

Für Aussenstehende ein eher penliches Thema, für uns Hundehalter ziemlich selbstverständlich: das Markierverhalten unserer Hunde. Aber haben wir überhaupt den Hauch einer Ahnung, as die Duftmarken am Wegesrand für unseren eigenen und andere Hunde bedeuten?  Thema: Hundeverhalten – Warum markiert mein Hund?Hunde jeglichen Gechlechts müssen zunächst einmal einfach Harn absetzen, um ihre Blase zu entleeren. Wenn dies jedoch der einzige Grund wäre, bräuchte dieser Artikel garnicht geschrieben werden, denn diese Verrichtung wäre ohne viel Aufhebens erledigt. Während wir Menschen mit allerlei optischen Signalen auf uns aufmerksam machen – sei es das besondere Auto, ein großes Haus, eine extravagante Frisur -, halten unsere Hunde von derlei Äußerlichkeiten gar nichts. Für sie ist das aktive Hinterlassen von Duftmarken ihre Möglichkeit, der Hundewelt Informationen über sich preiszugeben.

Warum schnüffelt unsere Hündin so ausgiebig und lässt sich kaum zum Weitergehen bewegen?  Warum schnüffelt unser Rüde erst und verzieht dann seine Schnauze fast ein wenig verzückt?  Manchmal erkennen wir den Verursacher zufällig und wissen vom Sehen, dass dort gerade der kleine Schanuzer oder der fröhliche Mischling sein Beinchen gehoben hat. Abermeist bleibt uns die Quelle unbekannt. Nicht so unserem eigenen Hund. Wir sehen sie nur, im Winter deutlicher als im Sommer: einige gelbliche Tropfen hier, mehrere Tröpfchen dort, ganze Pfützen, mal am Boden, mal an einem Stein, mal am Laternenpfahl oder am Fuß eines Baumes.

Wo ein Hund nun seine Urintröpfchen platziert, sagt eher ein wenig über seine eigentliche Größe aus, denn Handstände beherrschen sogar die ganz Kleinen. Markiert wird quasi in Nasenhöhe, erkennbar für andere Hunde. Manche Hunde scharren nach dem Markieren zur Kennzeichnung, dass es an dieser Stelle etwas zu „lesen“ gibt. Das scharren hat je nach Fall unterschiedliche Bedeutungen. Manche Hunde zeigenauffälliges Markieren und Scharren nur zu bestimmten Gelegenheiten, manchmal auch, wenn ein anderer Hund anwesend ist. Primär aber ist das Scharren eine gute Möglichkeit, die Duftstoffe weiter zu verteilen, damit diese auch wirklich wahrgenommen werden.

Viele denken zunächst einmal an das Markieren räumlicher Grenzen, um andere Hunde auf Abstand zu halten. Hunde sind territorial veranlagt, drücken aber mit ihrem Markierverhalten keine Dominanz aus und wollen auch nicht abschreckend wirken. Im Vordergrund des Markierens steht eine Aussage über den Hund selbst, seine Individualität.

Trotzdem kann gerade in unserer viel bevölkerten Hundewelt ein ständiges Darübermarkieren zwanghaft erscheinen. Dieses Verhalten sollte ann seitens des Besitzers geregelt werden, vor allem wenn Häuserwände oder Blumenkübel als Markierungsorte herhalten müssen. Fängt nämlich ein Hund damit an, so ist der dort anhaftende Geruch für vorbeiziehende andere Hunde oft geradezu unwiderstehlich und verlangt nach einer Antwort. Am leichtesten macht man es sich und seinem Hund, wenn man beim Stadtbummel einfach einen gewissen Abstand von Häuserwänden und anderen Objekten einhält, die der Hund nicht markieren soll.

Manche Hunde markieren Gegenstände direkt oder indirekt als ihnen gehörend. Gerade in ungeklärten familiären Situationen, zum Beispiel beim Neuzugang eines anderen Hundes oder auch eines kleinen Menchenkindes, werden manchmal Gegenstände markiert, um diesen Besitz als solchen kenntlich zu machen. Dass nun der Hund ein „Dominanzproblem“ habe, ist allerdings ein weit verbreiteter Irrtum. Im Einzelfall muss abgeklärt werden, welche Ursache zu diesem Verhalten führen.

Wie in allen anderen Bereichen der Hundeerziehung kann man dem Hund sehr wohl vermitteln, dass dieses Verhalten unerwünscht ist. Ein sinnvolles Management, zu dem auch Abbrauchsignale gehören, ist eine erst Maßnahme. Es schadet nichts, in solchen Fällen das Miteinander gedanklichzu hinterfragen und zu prüfen, ob einst aufgestellte Regeln noch Bestand haben oder neue eingeführt werden sollten. Regeln sind im Zusammenleben von Mensch und Hund sehr nützlich, denn sie bieten dem Hund eine wichtige Orientierung und helfen ihm „Fehler“ zu vermeiden. Erstaunlich wenig wurde bislang über ein Verhalten berichtet, das man auch als Bindungs- oder soziales Markieren bezeichnet.

Haben Sie einmal Hunde, die sich schon länger kennen, bei der Begrüßung beobachtet? Man begrüßt sich gegenseitig „feucht-fröhlich“. Einer der Hunde beginnt, der andere nähert sich voller Freude der feuchten Stelle, schnüffelt hörbar und leckt sogar auch schona einmal den Urin seines Freudnes auf, um dann selbst darüberzuurinieren. Dann riecht er selbst noch einmal daran.  Der andere kann nun seinerseits noch einmal das Ritual erneuern, oder er gibt sich zufrieden.  Nicht selten geht  jeder danach einfach seiner Wege, denn es ist ja alles „gesagt“. Manchmal passiert es sogar, dass die Hunden selbst einige Urinspritzer abbekommen. Auch hierei ist keine Dominanz im Spiel. Vielmehr ist es eine besonders vertraute Art der Begrüßung einander bekannter Hunde. Sie erfahren dabei die augenblickliche Befindlichkeit des jeweils anderen, freuen sich mitunter regelrecht, sich wieder zu treffen.

Man gehört irgendwie zusammen, ohne aus demselben Haushalt zu stammen. Wenn sie fortan agenauer hinschauen, werden Sie noch weitere Beispiele für freundschaftliche Markierungen finden, die zeigen, dass die Chemie zwischen beiden Individuen stimmt.

Rüden markieren, Hündinnen nicht. Wer hat das nicht als Argument herangezogen, um sicheine Hündin ins Haus zu holen.  Von wegen, werden viele Besitzer einer Hündin erwidern, die die regelmäßigen Handstände ihres Hundemädchens erklären müssen.  Bei Hündinnen liegt ebenfalls kein Dominanzgehabe vor.

Markieren gehört zum Hundeleben genauso wie Fressen, Trinken, Kuscheln und Rennen …….