Hundeverhalten. Ist mein Hund glücklich? Wie erkenne ich, ob es meinem Hund gut geht?

Geschrieben von Nito am August 5th, 2012 in Hundeverhalten

Hundeverhalten. Es stellt sich die Frage, können unsere Vierbeiner überhaupt glücklich sein ? Wenn ja, woran können wir das fest machen? Ich hege keinerlei Zweifel daran, dass meine Hunde durchaus glücklich sein können.  Wenn ich sie am Strand spielen und rennen sehe, sie ins Wasser stürmen, schwimmen, kleinen Vögeln hinterherhetzen, vermitteln sie den Eindruck von Glück.  Oder ich bringe ihnen „Beute“ in Form von Leckerchen mit, seien es Kauknochen oder Schweinsohren, welche Freude!Die Frage ist, interpretieren wir das Verhalten unseres Hundes richtig.  Hundeverhalten zu interpretieren ist lernbar. Hunde erleiden und erleben ja auch Gefühle wie Angst, negative Emotionen, Leiden oder Schmerzen.  In der Verhaltens- und Tierforschung geht man davon aus, dass man einem Hund , die gleichen Emotionen zuschreiben kann, wie einem Menschen. Das ist der Fall, wenn ie gleichen Hormone, Botenstoffe im Gehirn, Nervenimpulse und so weiter zu registrieren sind und wenn auch das Ausdrucksverhalten des Tieres auf seine Art dem eines glücklichen oder eben unglücklichen Menschen entspricht. Mithilfe dieses Verfahrens wird der Begriff des Leidens im Tierschutzgesetz mess- und umsetzbar.

Hundehalterinnen und Hundehalter sind überzeugt, ihren Hund mithilfe dieses Verfahrens ansehen zu können, ob und wann ihre tiere glücklich sind. Jedoch muss hier sehr exakt beobachtet werden. Die Gefahr einer Fehlinterpretation ist groß, denn nicht alles, was nach Glück aussieht, ist es auch. So ist beispielsweise der Border Collie, der in rassender Geschwindigkeit immer wieder hinter dem Ball her saust und diesen im Irrsinnstempo apportiert, keineswegs glücklich: Er ist auf einem Suchtripp. Wenn man den Hund genau anschaut, kann man erkennen, wie die Körperspannung zunimmt.

Sein gesamtes Ausdrucksverhalten ist nicht mehr das eines spielenden, entspannten Hundes. Statt dessen zeigt der Collie eine möglichst optimale, fast rennwagenartige Haltung. Zusätzlich deuten Hecheln,  Japsen, Fiepen und andere Lautäußerungen sowie die gesamte Körperspannung darauf hin, dass es nun ernst geworden ist: Schluss mit lustig – hier regiert der Stress! Trotzdem – und das macht es so schwierig, den Beginn einer Sucht zu erkennen – sind die an diesem Suchtgeschehen beteiligten Botenstoffe diesselben, die in den Anfangsphasen für positive Emotionen wie Glück und Zufriedenheit verantwortlich sind.

Fakt ist, und das wurde in vielen Studien festgestellt, Spielen macht zufrieden.  Das wurde in zahlreichen Untersuchungen von  Laboratorien eindeutig nachgewiesen. Das Spielverhalten, insbesondere das Sozialspiel löst positive Empfindungen aus. Das Belohungszentrum wird entsprechend aktiviert.  Also ist dies eine der besten Methoden unsere Hunde glücklich zu machen.

Hundeverhalten: Glückszustände – und das scheint auch für andere Tiere als den Menschen zu gelten – werden erreicht , wenn as Vergnügen über eine, vielleicht sogar noch unerwartete, Belohnung des Lebens besonders stark emotional und positiv getönt wird. Das ist der Einstieg ins Glücklichsein. Leiden entsteht, wenn lebensnotwendige Dinge des Bedarfs wie Nahrung, Sicherheit und notwendige Sozialkontakte fehlen.

Es ist zu erwarten, dass in dieser Richtung in Zukunft noch viel mehr auch an Hunden geforscht wird. Hoffen wir, dass dadurch auch diejenigen von der Existenz tierischer Emotionen und Gefühle überzeugt werden, die bisher dazu neigen, unsere Hunde nur als einseitige Konditionierungsmaschinen zu betrachten.

Ein Beispiel das ich an dieser Stelle gerne anführen möchte: Ich habe im Laufe der vielen Jahre schon häufig Hunde aus Tierheimen zu mir nachhause geholt.  Meine Pointerhündin Sina war im Grunde genommen ein gesunder Hund. Jedenfalls psychisch gesund.  Aber sie war so unglücklich, dass sie mit ihrem Leben abgeschlossen hatte.  Sie verweigerte die Nahrungsaufnahme , war abgemagert und apathisch.  Sie konnte kaum noch laufen.   Sie reagierte auf nichts mehr ,  als ich sie holte.   Nach wenigen Wochen war aus diesem Häufchen Elend ein gesunder und lebensfroher Hund geworden.   Es brauchte einige Monate bis sie auch wirklich Vertrauen fasste.   Ich hatte immer den Eindruck, sie hatte Angst, dass dieser für sie so positive Zustand wieder abhanden kommen könnte.    Das ihre Seele krank war, dass attestierten mir auch die Veterinäre in dem Tierheim.  Heute ist sie  gesund und munter. An Leib und Seele  genesen und sie  ist eine großartige Hündin.