Ist mein Hund nur schlecht erzogen – oder ist er schon ein Problemhund?  Unarten – was dahintersteckt und was man dagegen tun kann:  Hilfsmittel ersetzen niemals eine vernünftige Erziehung, aber um ihre Lernziele in der Aufbauphase zu unterstützen, können Sie durchaus darauf zurückgreifen. Diese Hilfsmittel sollten selbstverständlich für das Tier ungefährlich sein und für Sie leicht zu handhaben. Hier stellen wir Ihnen einige der gebräuchlichsten vor: Das HALTI ist aufgebaut wie ein Pferdehalfter. Es verhindert das Ziehen ander Leine und das Drohfixieren, was gerade bei aggressiven Tieren sehr sinnvoll ist.  Der Hundeführer hat die Kontrolle und der vierbeinige Schüler kann nicht mehr unkontrolliert nach vorne preschen. Das Halti wird, und dies gilt unbedingt zu berücksichtigen, immer an zwei Leinen geführt. Eine wird unten am Halti befestigt und die andere am Halsband. Die Korrektur erfolgt über die Halsbandleine, denn an der Halteleine wird nie gezogen, sie wird in einer Hand nur festgehalten. Zieht das Tier nach vorne, dann bremst es sich durch den Zug auf das Halti selbst aus. Diese Methode ist eine sichere und sanfte Art, um das vernünftige Gehen an der Leine zu lernen. Überraschungsangriffe auf fremde Hunde lassen sich dadurch gut verhindern.

Eine andere Art der Sicherung ist der MAULKORB. Er besteht aus Leder, Kunststoff, Metall, lässt die Wasser- und die Futteraufnahme zu und behindert nicht die Atmung. Bevor ein Tier einem anderen oder gar einem Menschen Verletzungen zufügen kann, bekommt es einen Korb aufgezogen.

So gesichert kann der Hund auch an andere herangeführt werden, ohne dass eine Gefahr von ihm ausgeht. Gerade für Tiere, die sich Artgenossen gegenüber aggressiv verhalten, besteht so die Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu kommen und zu erfahren, dass ihnen bei nichts passiert. Ploant man eine derartige Aktion, vielleicht im Rahmen einer Raufergruppe, dann haben alle in der Gruppe befindlichen Hunde einen Maulkorb auf, um eventuellen Angriffen von anderen vorzubeugen.

Eine weitere tolle und leicht zu handhabende Stütze ist die FUTTERTUBE. Diese ist gefüllt mit Leberwurst oder Frischkäse und hilft einem, den an ihr lutschenden Hund bequem an einer Gefahrenquelle vorbeizuführen. Bietet beispielsweise eine Gasse keine Möglichkeit auszuweichen, dann hält  man dem Vierbeiner die leckere Tube hin, an der er nun hingebungsvoll lutscht und sich nicht mehr auf die nahende Gefahr konzentrieren kann.

Erfolgreich ablenken mit dem Futterbeutel

Natürlich ist diese Maßnahme nur für den Anfang und für künftige Notfälle geeignet, denn schließlich soll der Hund sehenden Auges gutes Benehmen lernen und nicht abgelenkt sein. Auf jeden Fall ist die Tube leicht anzuwenden und wirkt eigentlich immer.

Ganz im Gegensatz zur Tube muss der Hund sich den FUTTERBEUTEL erst erarbeiten. Er wird, mit Futter gefüllt, ausgelegt, versteckt oder apportiert. Das ist eine geniale Beschäftigung für den Vierbeiner und verleiht jedem Spaziergang eine  ganz neue Qualität, erlebt man doch gemeinsam mit Herrchen oder Frauchen etwas richtig Tolles. Natürlich lässt es sich damit auch gut ablenken, umlenkenund beschäftigen. Besonders attraktiv ist das gemeinsame Leeren des Beutels.

Eine weitere, nicht mehr wegzudenkende Hilfe bietet die SCHLEPPLEINE. Sie verhindert unerlaubtes Entfernen von der Truppe und ist ein hervorragendes Mittel, um den Befehl „Hier“ in seiner Wirkung zu unterstützen. Sie sollte für den Anfang eine Länge von 5 m haben und wird immer an einem Brustgeschirr festgemacht, um Verletzungen im Halsbereich zu verhindern, die schnell durch rückartiges Ausbremsen entstehen können.

Kaufen Sie immer eine mit Griff, dann saust sie Ihnen nicht durch die Hand und hinterlässt keine hässlichen Brandspuren.  Etwa einen Meter vor Ende der Leine machen Sie sich einen „Erinnerungsknoten“, dh.h. immer, wnen die Leine so weit aufgerollt ist, dass Sie den Knoten spüren, rufen Sie Ihren Hund zurück. Kommt er nicht, ann verharren Sie, machen nichts und sagen nichts mehr.  Bewegt sich Ihr Hund nun in Ihre Richtung, dann darf ausgiebig gelobt werden.

Natürlich heisst „Hier“ auch „hier“, das heißt, der Hund kommt und ist bei Ihnen und watschelt nicht gemütlich an Ihnen vorbei, wenn er sein Leckerle erhalten hat.   Sieht er ein davontrabendes Reh, dann wedeln Sie mit einem tollen Spielzeug, dreht er sich um, dann werfen Sie es schnell in die andere Richtung und spielen mit ihm. Die Leine sichert Ihren Liebling auch davor, sich unkontrolliert auf andere Hunde zu stürzen.

Aber bitte nicht vergessen, die Schleppleine ist ein Hilfsmittel, um angemessenes Benehmen zu erlernen, und soll auf keinen Fall zur Dauerlösung als verlängerte Leine werden.

Viele weitere Informationen zum Thema „Hundeerziehung“ erhalten Sie auch hier :   Hundeerziehung

Nicht jeder Problemhund, ist wirklich ein Problemhund.  Oft werden Hunde als Problemhunde bezeichnet, die einfach falsch konditioniert oder falsch erzogen wurden.    Sie sehen, es gibt Hilfsmittel, um aus einem veremeintlichen Problemhund, einen ganz normalen, liebevollen Hund, der alles andere ist, als ein Problemhund, machen zu können.