Bracco Italiano – Vorstehhund- Jagdhund. Informationen über die Rasse

Geschrieben von Nito am Mai 28th, 2010 in Vorstehhunde-Jagdhunde

Der Bracco Italiano ist ein Vorstehhund und seiner Bezeichnung nach ein Jagdhund.  Erstaunlicherweise wird der Bracco Italiano im eigenen Land höchst selten zur Jagd eingesetzt. Man sieht dort meistens Pointer , English Setter oder Epagneul Breton im Wald und im Feld . 

Warum also wird der Bracco Italiano so selten eingesetzt ?  Der Hund ist für die Haltung, die in Italien üblich ist, denkbar ungeeignet.  Es gibt Jäger (die gibt es leider nicht nur in Italien! Wie hier in Spanien können ein Lied davon singen ) die sperren de n Hund für den Großteil des Jahres in einen 1 x 2 m grossen Zwinger, füttern ihn mit völlig ungeeigneten Nahrungsmitteln, bilden ihn mit absurden kontraproduktiven Mitteln und Methoden aus und beklagen sich dann, wenn er bei der Jagd nicht die erhofften Leistungen erbringt.

Ist die Jagdsaison zu Ende, vergessen solche Leute einfach, dass sie einen Hund haben, und der Hund vegetiert die restlichen Monate wieder vor sich hin.

Dann gibt es die andere Sorte Jäger, die haben den Hund im eigenen Garten oder auf ihrem grossen Grundstück, halten einen Profi, der die Hunde ausbildet, sie selbst haben aber mit dem Hund kaum Kontakt.

Weder die eine noch die andere Haltungsweise ist für den Bracco Italiano geeignet.  Welche Bedingungen sollte nun ein Halter erfüllen?  Zuallererst sollte er ein Mensch sein, der sich völlig bewusst ist, dass der Hund Teil seines Alltagslebens sein sollte und nicht nur existiert, wenn es dem Menschen gerade genehm ist.

Desweiteren sollte er sich vor Augen halten, dass der Bracco ausserordentlich anhänglich ist  (wie alle Jagdhunde im übrigen, die ich kenne), Körperkontakt zu seinem Herrchen oder Frauchen braucht, dass er beachtet, einbezogen, angesprochen werden möchte.

Der Bracco eigent sich am besten für das Leben in der menschlichen Familie. Tatsächlich ist die Haltung im Haus nie ein Problem, wenn man nur die Grundregelen für die rudelgesetze beherzigt und richtig anwendet. Die beruhen nicht auf starrer und strengster Förderung nach vollständiger Unterwerfung, sondern auf einer vernünftigen, möglichst sanften Erziehung, stets unter Berücksichtigung der Reaktionen des Hundes und seines individuellen Charakters.

Der Bracco hat ein grandioses Gedächtnis. Er erinnert sich auf ewig an jede Ungerechtigkeit, die ihm widerfahren ist. Wenn er beispielsweise mehrfach bestraft oder getadelt wurde, weil er sich etwa, noch unerfahren, nach dem Vorstehen zu schnell dem federwild annähert. Dann wird er alsbald den Dienst quittieren und so tun, als fände er kein Wild mehr.

Der Bracco ist also ganz sicher kein Hund für die Hau-Ruck Methode und gehört nicht in die Hände von unsensiblen Möchtegernausbildern.

Der Bracoo oder die Bracci (Hündin) wird Ihnen ihre volle Zuneigung schenken, wenn sie von Ihnen sanft behandelt wird.  Ein Experte schrieb: Der Bracco ist immer verliebt, rund um die Uhr, an jedem Tag – in seinen Menschen !  Ein Hund der wahrlich unwiderstehlich ist.