Der Bayerische Gebirgsschweißhund. Informationen über die Rasse

Geschrieben von Nito am November 23rd, 2009 in Schweishunde-Laufhunde

BayerischerGebirgsSchweisshundDer Bayerische Gebirgsscheißhund erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Verfolgt man die Entwicklung dieser Rasse zurück zu ihren Ursprüngen, wird man sich bei Germanen und Galliern wiederfinden. Während dieser Epoche züchtete man aus bereits bestehenden Schlägen Hunde mit besonders feiner Nase, bedächtiger Suche, lautem und passioniertem Jagen sowie langsamer und ausdauernder Hatz. In dieser Zeit entstanden die Keltenbracke bzw. der Segusier. Der Begriff Segusier ist auf einen gallischen Keltenstamm zurückzuführen. Die nach dem Stamm der Seguiser benannten Hunde waren ein Sammelbegriff für alle feinnasigen Jagdhunde. Der Seguiser gilt als Stammvater späterer Leithunde. Die Entwicklung des Leithundes war vorgezeichnet, denn nur wenige Hunde vermochten in vortrefflicher Weise am langen Riemen die Fährte eines Stücks Hochwild auszuarbeiten.

Diese Differenzierung und Verwendung, zunehmend auch Abrichtung als Leit- und Fährtenhund, erforderte bereits damals eine Spezialisierung, die durch züchterische Selektion geprägt war. Die Ausbildung zum Leithund war zeitintensiv und den Berufsjägern und Adeligen und Wohlhabenden vorbehalten.

Durch veränderte Jagdpraktiken und den zunehmenden Einsatz von Schusswaffen wurde der über Jahrhunderte hinweg sorgfältig gezüchtete Leithund immer entbehrlicher, denn die Vorarbeit zur eigentlichen Jagd, das Vorsuchen und Bestätigen durch den Leithund mit seinem Führer, war kaum noch erforderlich.

Nun brauchte man gute Hunde für die Arbeit nach dem Schuss. Durch Einkreuzung verschiedener Rassen gelang es, die Leistungsfähigkeit des Leithundes den aktuellen Anforderungen anzupassen. Es entstand der Hannoversche Schweißhund. Man erkannte jedoch schnell, dass sich deieser massige Hund für die Hochgebirgsjagd nicht eignete. Auf schmalen, ungesicherten Gebirgspfaden war er nicht sicher und wendig genug, um Wild ausweichen zu können. Es galt, einen leichteren Hunde-Typ mit einer besseren Anpassung an die regionalen Gegebenheiten zu schaffen.

Im 19. Jahrhundert kreuzte man den Hannoverschen Schweißhund mit bodenständigen Brackenrassen. Wichtig dabei war, dass die erforderlichen Eigenschaften nicht verloren gingen.

Eigenschaften des Bayerischen Gebirgsschweißhundes:

Der Bayerische Gebirgsschweißhund wird ausschließlich für die Arbeit nach dem Schuss verwendet. Das heisst, er muss die Fährte des bei der jagd oder im Strassenverkehr verletzten Schalenwildes verfolgen, manchmal auch über viele Kilometer. Ist das Wild noch nicht verendet, soll der Hund es lauthals hetzen und stellen und an der weiteren Flucht hindern, so dass ein erlösender Fangschuss angetragen werden kann. Diese aufwändige Arbeit schreibt das Jagdgesetz vor und ist aktiver Tierschutz. Vom Führer wird hier ein hohes Maß an Verantwortung verlangt.

Soll der Bayerische Gebirgsschweißhund seiner Verwendung gerecht werden, sind folgende Eigenschaften unabdingbar: Wesensfestigkeit, Passion, Fährtenwille und Wildschärfe.

Mit ihrem ruhigen und besonnenem Charakter , eleganten Erscheinungsbild sowie kurzem, pflegeleichtem Haarkleid erobert diese Rasse nicht nur die Herzen von Jagdscheininhabern. Und darin liegt auch eine große Gefahr: Der sehr führerbezogene Hund ist ein äußerst aktives Arbeitstier, das sich in der Familie wohlfühlt, aber dennoch auf gar keinen Fall ausschließlich ein Familienhund oder Begleithund ist.

Wird sein Betätigungsfeld mangels jagdlichen Einsatzmöglichkeiten auf diese Funktion reduziert, verkümmern seine Fähigkeiten und er wird sich seine „Ersatzjagdobjekte“ selber suchen, zum Leidwesen von Radfahrern, Joggern oder spielenden Kindern.

Das Interesse an dieser Rasse ist tendentiell steigend . Leider wird deshalb auch die eine oder andere Vermehrung betrieben, die mit leistungsorientierter Zucht nichts zu tun hat, sondern nur die Nachfrage befriedigen und den einen oder anderen Geldbeutel füllen soll.