Sino ist verliebt – und hat Liebeskummer

Geschrieben von Nito am März 29th, 2009 in Sino - mein Hund

Sino war nun 4 Monate alt und traf auf der Hundewiese im Großen Kgl. Garten seine große Liebe.  Dunja war ein wunderschönes, sanftes Dobermann Welpchen , sozusagen ein Dobermann-Weibchen und eroberte Sinos Herz im Sturm.Die Liebe beruhte auf Gegenseitigkeit.  Die alltäglichen Spaziergänge mit Dunja waren ein wahrer Liebesreigen. Die beiden verstanden sich blind, kuschelten, spielten, tollten, tobten, rangelten, waren wie „Topf und Deckel“.  Alle anderen Spielgefährten waren uninteressant, sie genügten sich und waren glücklich und zufrieden, wenn sie sich nur sehen konnten und sich trafen.

Dunjas Frauchen und Herrchen und ich, freundeten uns ebenfalls an. Eines abends hatten wir (die Menschen) beschlossen, essen zu gehen.  Das kleine Glück , Sino und Dunja, würden uns kaum vermissen. Wir waren sicher, sie würden sich auch ohne uns in meiner Wohnung rundum wohl fühlen.  Der Gedanke, sie könnten irgendetwas dagegen haben, alleine zu sein, kam uns nicht im Ansatz.

Wir gingen und verlebten einen schönen und amüsanten Abend und genossen unser Essen.  Gegen Mitternacht kamen wir zurück und fanden zwei schlafende, zusammengekuschelte Hunde vor. Wie schön, nicht wahr ?!  ABER, sie lagen in ca 2 Millionen Schaumstoff-Schnipsel. Was war geschehen ?  Nicht schlimmes, nur fanden Sie aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen, Sinos grosses Hundebett wohl nicht mehr gemütlich oder nicht adäquat? – jedenfalls hatten sie den Inhalt, besagten Schaumgummi, atomisiert.  Die Wohnung, eine Maisonnette Wohnung, heisst: es führte eine Treppe in den Schlafbereich, glich einem Frau Holle Land.

Es gab keine Stelle am Boden, die nicht übersät gewesen wäre. Wirklich, tausende von Schaumstoff Krümmel „verzierten“ den Fussboden.  Gut, dass schon Freitag war, an diesem Tag kam immer meine Zugehfrau und machte sauber. Wobei ich heimlich die Angst hegte, dass sie mir die Freundschaft und den Job kündigen würde, bei diesem Chaos. Aus Liebe zu Sino geschah das dann nicht auch noch.  Müde und zufrieden schliefen die beiden Liebenden den Schlaf der Gerechten und sannen auf weitere Eskapaden. Davon war auszugehen.

Ein anderes mal, nun waren die beiden schon 7 Monate alt und ach so klug und vernünftig, liesen wir sie wieder alleine. Ich verkürze die Geschichte, diesesmal blieb der Korb verschont, dafür labten sie sich an meinen Büchern.  Welch intellektuelle Hunde wir doch hatten. Mit unglaublicher Treffsicherheit, hatten sie sich keine Paperbacks ausgesucht und gebundene, teuere Bücher fielen ihrem Zerstörungstrieb anheim.

Ein anderes Mal waren es die Blumentöpfe auf der Terrasse, die „entpflanzt“ wurden, dann wurde ein Kopfkissen, dessen Inhalt feine, weiße Daunen waren, in die Bestandteile zerlegt. Sie sehen, unsere Hunde waren äußerst kreativ und liebten die Abwechselung.

Es war dennoch eine unheimlich schöne und unvergessene Zeit. Dann wanderte Dunja auf die Dom.Rep. aus. Plötzlich von heute auf morgen, war Dunja nicht mehr da. Sie kam einfach nicht mehr. Sino traf sie nicht mehr und war todunglücklich und traurig.  Es war kaum zu fassen. Sino weinte, frass ein paar Tage nichts mehr, war tief depremiert und sah mich mit grossen wunderschönen braunen Augen hilfesuchend an .

Auch das war ein Phänomen: als ich mit Dunjas Frauchen telefonierte, die mittlerweile wohlbehalten in der Domenikanischen Republik angekommen waren, hörte ich, dass Dunja gleichermassen litt.  Sobald sie den Namen Sino hörte, suchte sie verzweifelt das ganze Haus ab.

Sino hatte daraufhin, nach diesem einschneidenden Erlebnis, zu Hunde-Mädchen keinerlei Beziehung mehr.  Weibchen interessierten ihn von Stund an nicht mehr. Dieser Zustand dauerte tatsächlich fünf Jahre an.  Erst als sein Freund Sunny die Liebe zu Hündinnen entdeckte,  revidierte er seine Einstellung.  So masiv, dass mir nichts anderes übrig blieb, als ihn kastrieren zu lassen.

Ich hatte den Eindruck, er wollte alles versäumte innerhalb von 4 Wochen aufholen . Es war mördersich. Sino sprang über 2 Meter hohe Zäune, als wären ihm über Nacht Flügel gewachsen.  Er lag lechzend und bar jeden Dursts oder Hungers vor seiner neuen Angebeteten – einer  bildschönen Schäferhündin – vergass Heim und Garten und verfiel dem totalen Liebeswahn.   Die Geschichte geht weiter …………..