Sino – Mein Welpe aus Sineu auf Mallorca – Geschichte eines spanischen Pointers

Geschrieben von Nito am April 5th, 2015 in Sino - mein Hund

Zu meinem ersten Welpen, 1995 in Sineu auf Mallorca, kam ich wie die „Jungfrau zum Kind“. Ich hatte den Plan gefasst, über kurz oder lang von Deutschland nach Spanien umzuziehen, war mir aber noch keinesfalls sicher, ob ich die Inseln oder das Festland bevorzugen sollte.

Meine Freundin, die bereits seit zwei Jahren auf Mallorca lebte, meinte: „Warum kommst Du nicht für ein paar Wochen zum Probewohnen auf die Insel? “ . Ich fand, dass war eine großartige Idee. So geschah es. Ich mietete mir ein kleines Haus am Golfplatz von Cala D;Or und fing an, mich in das mallorquinische Leben zu gewöhnen. Ein „muss“ ist natürlich ein Besuch der täglich irgendwo anders stattfindenden Wochenmärkte. So geschah es, an einem sonnenüberfluteten Tag im März. Jasmin und ich wanderten über den dicht bevölkerten Marktplatz, vorbei an Obst-und Gemüseständen, an Klamottenständen , Wohn- und Haus – Accessoires und an Tieren, die alle ebenfalls zum Verkauf angeboten wurden. Hühner, Gänse, Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen.

Mein zukünftiger Welpe, dass wusste ich in diesem Moment natürlich noch nicht, sass in einem kleinen Vogelkäfig, mutterseelen alleine und wollte raus – nur raus. Er fiepste und weinte und fand sein Leben in dieser einsamen Enge entsetzlich. Mich rührte dieses Bild tief, nur, auf den Gedanken, den kleinen Kerl aus seinem Gefängnis zu befreien, wäre ich ohne Jasmin wohl niemals gekommen. Was sollte ich bitte mit einem kleinen Hundewelpen anfangen ??? Ich lebte damals noch in Dresden, arbeitete täglich in einem grossen Unternehmen, wohnte absolut nicht hundetauglich, weder war das Umfeld hundegeeignet, geschweige denn meine äußerst stylishe Wohnung war  ein adäquates Asyl für Hundewelpen .

Jasmin war da ganz anderer Ansicht. Sie meinte: „Nimm ihn doch mit, bitte !!!!, das arme, kleine Kerlchen. Er ist doch so winzig !!! . Bevor Du zurückfliegst, suche ich ein schönes zuhause für ihn – und somit bist Du die nächsten 6 Wochen nicht so alleine in Deinem Haus“. Ein Argument, dem ich mich nicht lange verschließen konnte. Um die Geschichte zu verkürzen. Ich kaufte diesen kleinen Mini-Hund dem glücklich lächelnden Anbieter zu einem viel zu hohen Preis ab – und war von dieser Sekunde an, die Besitzerin eines kleinen Welpen.

Jasmin, die im Gegensatz zu mir, schon über Hundeerfahrung verfügte, meinte, wir sollten als erstes einen Tierarzt aufsuchen, um den kleinen Zwerg durchchecken zu lassen. Klang vernünftig. Gesagt , getan. Der Veterinär war ganz entzückt. Er meinte, der kleine Hund sei zwar viel zu früh von der Mutter weggenommen worden, er schätze ihn auf gerade mal 3 Wochen !!!und meinte, – „das wird einmal ein wunderschöner Pointer  Was bitte ist ein Pointer. In meiner unsäglichen Unkenntnis nahm ich an, es sei der Name für die berühmten „Inselmischlinge“, kleinwüchsige und niedliche Exemplare dieser Gattung sieht man permanent und überall.Dass dem nicht so war, erfuhr ich dann geraume Zeit später. Aber da war es schon zu spät …………

Vor meinem Rückflug nach Deutschland besuchte ich nochmals mit meinem kleinen, entzückenden Sino einen Tierarzt. Auch dieser war augenscheinlich schlicht begeistert von diesem entzückenden Pointer-Welpen. Nachdem ich immer noch keine Ahnung hatte, um welche Gattung Hund es sich wohl handeln könne, wenn alle vom Pointer sprachen, erbammte sich der Arzt und zeigte mir ein Foto, auf dem ein prächtiger, ausgewachsener Pointer abgebildet war.

Stolz, edel, wunderschön, sensibel und charakterstark. Attribute, die alle auf den Pointer passen. Das also sollte aus meinem immer noch kleinen Welpen werden ?!!!! Oh, mein Gott!!! Ein riesengrosser Jagdhund – den ich wild entschlossen mit nach Deutschland nehmen wollte. Wie ich schon sagte, für ein Nachdenken oder eine Zuwiderhandlung meiner Absicht, Sino mitzunehmen, war es zu spät. Ich hatte mein Herz an dieses kleine Bündel Hund verloren. Ich liebte ihn mit einer Innigkeit, die mich selbst überraschte und überrumpelte. Es war schlicht um mich geschehen.Ich würde schon einen Weg finden, alles so zu gestalten, dass das Leben auch für meinen neuen Freund und Mitbewohner , richtig werden würde.

Der Flug nach Deutschland war höchst angenehm für uns beide.Stewardessen und Stewards waren sofort verliebt in den kleinen Mitflieger. Ich hatte ihn mir in einer MCM Tasche über die Schulter gehängt, Sino fand alles aufregend und war von ungeheurem Liebreiz. Die Stewardessen servierten ihm winzig klein geschnittenes Hühnchen, frisches Wasser, hielten ihn bei den Starts und Landungen (wir flogen über Nürnberg zurück) und kümmerten sich um Sino , wie um einen VIP. Na ja, war er ja auch.

So landeten wir in Deutschland. Sino, mein kleiner Welpe, stand im Gepäcktrolly in der Ablage für die Handtasche und bestaunte die neue unbekannte Welt, die ihn nun erwartete.

Die Geschichte geht weiter …………

Wie sehr diese Entscheidung mich und mein weiteres Leben beeinflusst hat, wie Sino und ich unsere gemeinsamen , wunderbaren Jahre verbrachten, erfahren Sie im nächsten „Kapitel“.