Hunde lernen in jeder Sekunde, die sie wach sind. Unerfahrene Hundehalter sollten mit ihrem Welpen aneinem Sozialisierungskurs teilnehmen . Dort kann man sich die nötigen Techniken und Kenntnisse aneignen, um ihn von Anfang an erfolgreich auszubilden. So ein Kurs stellt jedoch keinen Ersatz für eigene Erfahrungen dar. Deshalb empfiehlt es sich, den Vierbeiner so oft wie möglich mit der Aussenwelt bekannt zu machen.

Nach der zwölften Woche hören Hunde nicht plötzlich mit dem Lernen auf. Unter dem hormonellen Einfluss der Pubertät entdecken Hunde die Welt völlig neu. Fachleute sind sogar der Ansicht, dass sich – abhängig von der Rasse und der Reife des Hundes, zwischen dem fünften und dem zwölften Monat eine zweite Sozialisierungsphase vollzieht. Hunde entwickeln in diesem Zeitraum ein ausgeprägtes Mißtrauen gegenüber ihremeigenen und ein starkes Interesse für das andere Geschlecht.

Oft führt dies dazu, dass die Teenager im Park von anderen Hunden gemaßregelt werden. Dieser Vorgang ist völlig normal und Teil des Erwachsenwerdens. Manche Hunde reagieren in dieser Zeit jedoch ängstlich, nervös oder sogar aggessiv auf andere Vierbeiner und sollten daher mit besonderer Sorgfalt auf diaese Begegnungen vorbereitet werden.

Schlüsselreize

Im folgenden werden die Schlüsselreize aufgeführt, die der Welpe während der Sozialisierungsphase unbedingt kennen lernen muss:

Menschen

Alle Menschen sind verschieden. Der Welpe muss lernen, dass Personen, die ganz unterschiedlich aussehen, auch Menschen sind. Er sollte Männer und Frauen von unterschiedlichster Erscheinung und in der unterschiedlichsten Aufmachung kennenlernen. Brillen, Hut und Helmträger, Passanten mit Regenschirmen, Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer, Menschen verschiedener Hautfarbe etc. Ein Welpe unterscheidet bereits sehr genau zwischen Kindern und Erwachsenen, daher ist es ratsam, ihn mit Jungen und Mädchen jeden Alters zusammen zu bringen. Je mehr Menschen der neue Erdenbürger kennenlernt, desto sicherer wird er sich später fühlen.

Andere Hunde

Fremde Hunde sind für einen kleinen Welpen ebenso furchteinflössend wie fremde Menschen. Es empfiehlt sich daher, ihn so früh wie möglich mit anderen Hunden in Kontakt zu bringen, grossen und kleinen, jungen , ausgewachsenen, gleich- und fremdrassigen. Für einen Welpen gehört ein Hund miteiner anderen Farbe und Größe nicht zu seinem „Rudel„. Lernt er jedoch von klein auf Hunde in verschiedensten Farben, Größen und Formen kennen,  ist dies für den späteren Frieden nur förderlich.

Andere Tiere

Einen Stadthund wird auf seinem täglichen Spaziergang wohl kaum ein Huhn über den Weg laufen. Trotzdem ist es wichtig, dass er auf einem nahen Bauernhof oder im Zoo andere Tiere sieht, da man nie weiss, was die Zukunft bereit hält. Vielleicht wird er einmal auf einem Bauernhof oder auf dem Land leben.

Reisen

Mit dem Reisen verhält es sich ähnlich wie mit den Tieren: Vielleicht fährt der Hund nur selten im Auto oder im Bus mit. Doch die Situation kann sich ändern, und später ist man froh, wenn man ihn frühzeitig an verschiedene Transportmittel wie PKW, Bus, U-Bahn, Eisenbahn und Schiff , gewöhnt hat. Das Mitfahren im Auto erlernt der Vierbeiner am ehesten, wenn man ihn in einer Hundebox unterbringt.