Hunde an der Leine – Probleme an der Leine

Geschrieben von Nito am Februar 19th, 2010 in Erziehung

Wodurch zeichnet sich ein perfektes Fußgehen aus ?  Es gilt hierbei zu unterscheiden: Das Fußgehen beim Sport und das Fußgehen im täglichen Leben. Bezogen auf die Leinenführigkeit im Alltag meine ich, dass es beim Fußgehen mehr auf die Bindung zwischen Mensch und Hund und die Bereitschaft des Hundes, Autorität stressfrei zu aktzeptieren, ankommt, als auf die äußeren Kriterien. Diese gelten unhinterfragt in den Prüfungsordnungen seit Generationen als Maßstab.  Vertrauen – eine Qualität der Bindung – auf der einen Seite und Gehorsam – eine Qualität sozialer Autorität – auf der anderen Seite gilt als artgerecht und ethisch annehmbar zu vermitteln und auszutarieren. Mit anderen Worten: Der Hund geht, wie Sie sagen „perfekt“ bei Fuß, wenn er weitestgehend gerne mitgeht und wenn er auch dann mitgeht, obwohl er eigentlich nicht möchte.

Perfektes Fußgehen zeichnet sich auch durch Variabilität aus: In einer dicht begangenen Fußgängerzone muss der Hund betont nahe gehen. In anderen Situationen reicht ein Abstand von ein, zwei Metern oder man nutzt die acht Meter lange Aufrollleine. Der Hund muss nicht permanent hochsehen, etwa wie im Sport, aber er sollte ansprechbar sein.

Das gehen an der Leine spielt die Mensch – Hund – Beziehung

Viele Hundebesitzer nehmen ihren eigenen Hund vor allem dort kritisch aufs Korn, wo sie  unangenehm mit ihm auffallen. Und das ist natürlich – unter anderem – das lästige Leineziehen. Da fällt die eigene Hilflosigkeit besonders auf., Man sucht dann nach Hau-Ruck-Rezepten – gegen die vermeintliche Ursache, das Zerren. Aber das Problem liegt in der Regel tiefer.

Das Leinenzerren ist nur ein Ausdruck dessen, was unterschwellig in der gesamten Mensch-Hund-Beziehung zu analysieren, zu überdenken, neu zu definieren und entsprechend anders auszurichten. Autoritätsakzeptanz ist nur einer der Faktoren, aber sicher ein sehr wichtiger. Ihn ethologisch fundiert zu vermitteln, ist keine Kleinigkeit.

Einem hohen Autoritätsanspruch muss ein adäquates Lusterlebnis folgen. Auf diese Weise vermag der Hund sie anzuerkennen. Das begünstigt die Einordnung. Und davon profitiert man in vielen anderen Situationen. Das tägliche Leben bietet zahlreiche Möglichkeiten, dieses Akzeptieren der Autorität einzuüben, auszubauen und zu festigen.