Wie ich schon selbst mit Hunden aus dem Tierheim ungewöhnliches Verhalten attestieren kann, so erreichen mich auch immer wieder Berichte von Hundehaltern, die auch sehr unterschiedliche Erlebnisse mit Tierheim-Hunden gemacht haben.

Ein Beispiel: ich holte  eine Hündin ist aus dem Tierheim, ich bin glücklich und der Hund nicht minder.  Nach ein paar Tagen der Eingwöhnung, kehrt wieder der Alltag ein. Ich nehme wieder Termine war, gehe ausser Haus – und was geschieht ? Die Hündin bellt vom weggehen bis zum wieder nachhause kommen.Natürlich ist die Nachbarschaft nicht gerade entzückt , ob dieser Tatsache. Was tun ??   Die Hündin ist mehr als anhänglich, sie ist mein Schatten  – wo ich hingehe, will auch sie sein. Sie geht mit ins Bad, mit ins Bett, begleitet ihren Menschen auf Schritt und Tritt. Einerseits, rührend – andererseits, würde ein Mensch einem auf Schritt und Tritt folgen, würde man dem wohl bald seine Schranken aufzeigen. Jedes Individuum braucht seine Individualdistanz!

Es gibt Hunde, die aus Angst (Verlustängsten) an ihrem Menschen kleben und ihn als Halt an ihrer Seite benötigen. Oftmals geht es Vierbeinern auch darum, alles zu kontrollieren, immer dabei sein zu wollen, nichts zu verpassen, jederzeit zu sehen wer kommt und wer geht.  Es liegt also nun an uns, dem Hund Grenzen zu setzen. Schließlich gibt es immer wieder Gelegenheiten, bei denen der Hund alleine zuhause bleiben muss und auch sollte. Je früher er oder sie das lernt, umso entspannter für Mensch und Tier.

Es gibt ein paar Trainingsschritte, die hilfreich sein können, hier ein paar Beispiele aus der Praxis:

  1. Zuweisung eines festen Liegeplatzes: Der Liegeplatz sollte an keiner zentralen Stelle – sondern in einer ruhigen Ecke sein.  Erstaunlicherweise nahm Sina sofort ihre neue Liegestatt an. Ich schien, als sei sie geardezu stolz auf ihr eigenes Bettchen.
  2. Die Küche wurde zur tabufreien Zone erklärt. Hierhin darf sie immer mit kommen ohne verwiesen zu werden. Da ich mehrere Hunde habe, die auch in die Küche dürfen, wäre das auch nicht zu verhindern gewesen. ‚Sie können aber ein anderes Zimmer zur Tabuzone erklären, oder natürlich auch, wenn Sie möchten, die Küche.
  3. Dann habe ich kurze Gänge gemacht – einmal zum Briefkasten, das andere Mal zur Mülltone usw.  Ich war nur wenige Minuten weg, in dieser Zeit bellte sie auch nicht, dann verlängerte ich die Abstände – und siehe da, schon nach ganz wenigen Versuchen, hatte sie verstanden, dass ich wiederkomme. Von Stund an , bellte sie nicht mehr und war ruhig und freute sich, auch nach zwei Minuten der Abwesenheit, unsäglich, mich wieder begruessen zu können.
  4. Der Haustürschlüssel: die ersten Tage signalisierte das Nehmen des Schlüssels, jetzt gehen wir alle an den Strand – also WIr, alle Hunde und ich, gehen weg und verlassen das Haus – und es darf gerannt, gespielt und getobt werden.   Wenn ich also, nicht in der Absicht, die Hunde mitzunehmen, den Schlüssel in die Hand nahm, stand sie schon an der Gartentüre und wollte mit.  Hier half, dass ich einfach häufiger mal den Schlüssel nur in die Hand nahm, ihn wieder wegglegte, und zuhause blieb. Nach kurzer Zeit, war das Geräsuch der Schlüsselaufnahme nicht mehr von Interesse.
  5. Weggehen:  einfach ohne Verabschiedungszeromonien das Haus verlassen. Es assoziiert, ich komme gleich wieder.  Diese Methode klappt. Meine Hunde erkennen schon an meinem Verhalten, instinktiv, ob WIR weggehen oder ob ICH weggehe. Wenn ich alleine das Haus verlasse, dann sitzen alle wie die Orgelpfeiffen im Garten und schauen mir wehmütig nach, aber sie machen keinerlei Anstalten mir zu folgen. Sie wissen es einfach.  Auch Sina, die am Anfang diese grosse Verlustangst hatte, hat sich integriert und zelebriert mit den anderen Hunden dieses Ritual, als wäre es das Selbstverständlichste überhaupt.

Fazit: Zieht ein Hund neu ein, dauert es oft ein Weilchen, bis man zusammenwächst und eines Tages ein eingespieltes Team ist. Es ist ganz normal, dass das eine oder andere nicht von Anfang an perfekt läuft. Ähnlich wie in einer menschlichen WG. Man muss sich erst kennenlernen und aufeinander einstellen. Da heisst es: nicht gleich aufgeben, sondern Lösungen finden.



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