Der Galgo gehört zu den wenigen Rassen, die immer nur auf Leistung und nie auf Äußerlichkeiten gezüchtet wurden. Deshalb sieht heute jeder Galgo etwas anders aus als der andere.Aber in jedem steckt derselbe Kern: ein temperamentvoller Sichthetzer mit einem angenehmen, sanften Wesen.

Die meisten Galgos leben in Spanien heute noch als rasse- und stammbaumlose Hasen- und Kaninchenjäger auf dem Lande. Ihre Herren sind ländliche Sonntagsjäger, Kleinbauern. Und die achteten immer nur auf eins: Der Hund muss draussen ein erfolgreicher Jäger sein, der seiner Beute durch dick und dünn folgt. Aber drinnen im Haus und Hof soll er keinen Ärger machen, da soll er ruhig , anpassungsfähig und verträglich sein.

Die neuen Rasse-Galgos tragen dieses alte Erbe der „Gallischen Hunde“ immer noch in sich: Sie sind gesund und langlebig geblieben. Und sie entfalten ihr Temperament, das in ihnen steckt, erst draussen. Man kann sie also – eigentlich – gut in der Wohnung halten, vorausgesetzt: Man hat oder weiss ein Gelände, auf dem sich diese Kurzstrecken-Sprinter mindestens einmal täglich mit 55 km/h so richtig nach Herzenlust austroben können. Und sie eignen sich auch – eigentlich – gut als Familienhunde: Sie sind anhänglich und lernbereit im Rudel, sie sind sanft und rücksichtsvoll mit Kindern und Katzen und verträglich mit anderen Hunden.

Galgos sind keine Streithansel und Besserwisser: Sie wollen nur von jedem, der kommt, mit Respekt und auf Augenhöhe behandelt werden. Auf Grobheiten reagieren sie mit Rückzug und Befehlsverweigerung, und wsenn es ihnen zu eng wird, lieber mit Flucht. Man muss sie also früh und mit sanfter Hand an alles gewöhnen, sie alles in Ruhe erkunden lassen, damit ihre zurückhaltend-distanzierte Art nicht in ängstliche Scheuheit übergeht.

Galgos sind sehr katzenhafte Hunde:l Sie suchen sich ihren Partner, ihren Kontakt, selber. Sie folgen freiwillig —oder garnicht. Aber genau so wie die Katze das Mausen nicht lässt, so lässt ein Galgo auch das Jagen nicht. Man muss also als Halter erst einmal selber den Windhund-Blick lernen: möglichst schneller gucken, als der Hund und ihn abrufen, ehe er durchgestartet ist. Und man muss seinen Galgo natürlich von Baby-Beinen an , mit sanfter Hand, aber mit klaren Ansagen – erst einmal erziehen. Wie man aber diese Hunde am besten erzieht, das beschreibt schon der Grieche Arrian vor 2.000 Jahren:

„Nichts ist so gut , wie ein weiches und warmes Lager, am besten bei Menschen, weil sie nicht nur dadurch menschenfreundlich werden, sondern auch an der menschlichen Haut ihre Freude haben und den, der mit ihnen schläft, nicht weniger als den, der sie füttert, lieb gewinnen …..“

eine einfache, heutzutage leider viel zu oft verpönte Methode, die aber bei Galgos immer noch gut ankommt,.