Unter den mittlerweile fast zahlosen Hilfsmitteln für die Erziehung und Ausbildung von Hunden hält sich  seit  vielen Jahren ein ganz besonders Werkzeug bei Hundehaltern in einer bevorzugten Spitzenposition. Dabei handelt es sich um die in Diskussionen mit Fluch und Segen in Verbindung gebrachte Schleppleine: für die einen eine einzigartige positive und alternativlose Unterstützung im alltäglichen Umgang mit Hunden, für die anderen ein lästiges und mit angeblichen Risiken behaftetes Utensil mit geringem Nutzfaktor.

Die Tatsache, dass die Schleppleine als Werkzeug im Umgang mit Hunden stark polarisiert, zeigt sehr deutlich, dass offensichtlich bei Hundehaltern und bei Hundetrainern sehr unterschiedliche Erfahrungen in der Anwendung und somit im Nutzen einer Schleppleine zugrunde liegen. Fairerweise sollte jeder von der Schleppleine begeisterte Hundetrainer auch die unverkennbaren Risiken bei ihrer Benutzung deutlich zur Sprache bringen. Genauso gehört es zur wichtigen Horizonterweiterung ablehnend gestimmte Trainer, sich den glänzenden Möglichkeiten des Schleppleinen-Einsatzes im Umgang mit Hunden nicht zu verschließen,.

Um einen möglichst umfassenden Einblick in die Verwendungsbreite des Schleppleinen-Trainings zu bekommen, gilt es zunächst, vier wesentliche Faktoren etwas umfassender zu erläutern:

  • Was eigentlich ist genau eine Schleppleine? Wie lang, wie dünn oder wie dick und aus welchem Material sollte sie sein ?
  • Wann, beziehungsweise in welchen Fällen kann die Schleppleine Erfolg versprechen und eingesetzt werden?
  • Wie erfolgt der konkrete Einsatz der Schleppleine am Hund?
  • Risiken im Umgang mit der Schleppleine sind unbestreitbar. Welche Gefahren bringt der Einsatz der Schleppleine für Hund und Halter? Wie können sie minimiert oder gar ausgeschlossen werden?

Beginnen wir mit der Beantwortung der ersten Frage: Die Schleppleine ist im Grunde genommen nichts anderes als eine verlängerte Führleine und dadurch so etwas wie der verlängerte Arm des Hundebesitzers, ein mechanisches Hilfsmittel, das in seiner Zielstellung eine verbesserste Koordinierung des Vierbeiners durch den Halter verspricht.

Die am häufigsten verwendete Standard-Schleppleine hat eine Länge von 10 m. Es gibt sie aber auch noch in den Längen, 5, 15 und 20 Meter zu kaufen. Selbstverständlich sind in diesem Zusammenhang auch kostengünstige Eigenbauten in jeder beliebigen Länge möglich, da fast jeder Baumarkt die notwendigen Teile im Angebot hat.

Die Frage, wann beziehungsweise bei welchen erzieherischen, ausbilderischen oder gar therapeutischen Maßnahmen die Schleppleine Anwendung finden kann, lässt sich relativ umfassend und konkret beantworten. In Frage kommen zunächst folgende Anwendungen:

  • Rückruf – Training
  • Erhöhung des Führanspruches
  • Distanz Kontrolle
  • Verhaltes-Abbruch
  • Fokus – Umleitung für den Besitzer
  • Häusliche Kontrolle
  • Gezielte Verstärkung von Aktivitäten und somit Motivation und Stimulus

Die Schleppleine ist eine flankierende Maßnahme. Sie soll keinesfalls als „Freilauf-Alternative“ betrachtet werden. Sie können mit Ihrem Hund trainieren, es gibt Hundebesitzer, die kommen damit gut zurecht, andere nicht. Probieren Sie es ggfs. aus.  All das soll ja nur dazu dienen, dass Ihr Hund das Rückrufkommando befolgt. Ziel:  Hörzeichen „Hier“. Wenn das funktioniert, können Sie die Schleppleine wieder weglassen.