Hunde benutzen Duftsignale, um ihr Territorium zu markieren; die Duftmarken anderer Hunde lesen sie wie Menschen ihre Morgenzeitung.Der abgesetzte Urin oder Kot enthält Duftinformationen über Geschlecht, Gesundheitszustand, soziale Stellung und den Hormonhaushalt des betreffenden Hundes. Hunde können am Duft sogar erkennen, ob ein anderes Tier Angst hat.

Ängstliche Hunde produzieren chemische Substanzen, sog. Pheromone, wenn Gefahr im Verzug ist.  Das erklärt auch, warum sich die meisten Tiere beim Tierarzt fürchten, obwohl sie nie zuvor ein traumatisches Erlebnis hatten. Aufgrund ihrer empfindlichen Nase wissen Hunde genau, welche Artgenossen im Park sind oder waren und ob es sich dabei um bekannte oder unbekannte Hunde handelt.

Ich erlebe das jeden morgen am Strand.   Wir treffen dort immer Lilly und Luna, zwei befreundete Hündinnen, die mit ihren Menschen  mehr oder weniger zur gleichen Zeit unterwegs sind, wie wir.

Vor allen Dingen Lilly, eine Mischlingshündin und Luna, eine Podenca, lieben mein Rudel.   Sie wissen genau, ob wir schon vorausgelaufen sind oder noch zuhause sind.   Sollte das Letztere der Fall sein, kommt Lilly an die Gartentüre, bellt und wartet, bis ich mein Rudel raus lasse.   Wenn wir schon vorausgegangen sind, so erzählen die Besitzer von Lilly, dann gibt sie richtig „Gas“ um ganz schnell zum Rudel zu gelangen.   Wir sind längst ausser Sichtweite.   Sie ortet die Duftsignale und folgt ihren Freunden.

Ein weiteres Erlebnis, ist das beim Tierarzt.  Ich habe Hunde, die freudig wedelnd in die Tierarztpraxis  gehen.  Ihnen ist auch noch nie wirklich ein Leid widerfahren oder sie wurden nie durch schmerzhafte Behandlungen traumatisiert.   Andere meines Rudels, die glücklicherweise auch keinerlei Grund haben, Angst zu empfinden, muss ich geradezu in die Praxis tragen.   Sie zittern vor Angst, ziehen den Schwanz ein, jaulen und wollen partout nicht die Praxis betreten.   Diese ins Behandlungszimmer zu bugsieren , grenzt an einen Kraftakt.

Das bestätigt in vollem Umfang die These, dass sie die Angst erschnuppern also riechen können, die ihre Artgenossen, vor ihnen empfunden haben. Die Duftmarken sind gesetzt und hinterlassen worden.