Obwohl der Berger de Picardie seit dem Mittelalter bekannt ist, blieb er in seiner Ausbreitung doch auf die engere Heimat beschränkt, nämlich die nordfranzösische Picardie, die sich von der Senne-Mündung bis nach Belgien erstreckt. Er ist ein Schäferhund und Behüter der Herden par excellence, dabei genügend aggressiv und beißlustig, um Menschen mit schlechten Absichten fernzuhalten.

Da der Berger de Picardie sich nicht an das Leben in Häusern gewöhnt, sondern als bäuerlicher Hund viel Freiraum braucht, ist die Rasse dem Aussterben nahe. Der Hund ist sehr robust, ausdauernd bei der Arbeit und widerstandsfähig gegenüber schlechtem Wetter. Dabei wird er von seinem dichten, buschigen, weder glatten noch krauen, mittellangen, harten Haar geschützt.

Insgesamt ist der Berger de Picardie mittelgross, leicht und doch muskulös. Sein Aussehen ist vom harten, struppigen Fell bestimmt. Die Berger de Piardie sind Hütehunde.

Gewicht: ca 19-23 kg, Schulterhöhe: Rüde 60-65 cm, Hündin 55-60 cm, Farbe: Hell- oder Dunkelgrau, Rötlich, hellere und dunklere Wildfarbe, jedoch ohne Weiß, nur Pfoten und ein weißer Fleck auf der Brust gestattet.

Heimat: Frankreich

„Dieser Hund lehrt einem Geduld und Demut“, so eine Besitzerin eines Berger Picard. „Wenn du nicht immer konsequent dranbleibst, büßt Du es Wochen!“. Damit ist vor allem seine  Eigensinnigkeit gemeint. Diesem Hund  muss jeden Tag aufs neue gezeigt werden, wer der Chef ist, sonst entscheidet er, was richtig ist. Das liegt ihm im Blut, schließlich wurde er dafür gezüchtet,  beim Hüten von Rindern und Schafen auch mal selbst das Zepter in die Hand zu nehmen.

Bis er etwas umsetzt, kann es etwas länger dauern, und o braucht man bei seiner Erziehung viel Geduld. Hat er schließlich verstanden, was er machen sol, ist die Freude oft nicht von Dauer .Denn sein Verständnis ist relativ niedrig, warum man eine Übung öfters machen soll, wenn man schon zweimal bewiesen hat, dass man etwas kann. Ihm deshalb böse zu sein fällt schwer, denn dann greift er zu seiner Geheimwaffe:  Mit dem Charme eines echten Franzosen blickt er einem einfachnur an ,und schon ist ihzm verziehen.

Der Berger Picard ist kein Jedermannshund. Jeder Spaziergang strengt an, denn ein Picard ist nicht zu durchschauen. Eben steht er noch wie eingeschlafen neben einem, im nächsten Augenblick ist er weg. Um dieses Abenteuer zu minimieren, ist geduldige und liebevolle, aber dennoch konsequente Erziehung notwendig. Und zwar bereits im Jugendhundealter, spätestens dann bekommt man einen Vorgeschmack darauf, was einem die nächsten Jahre erwartet. Dennoch können viele sich keinen besseren Gefährten vorstellen.

Aber trotz der kleineren oder größeren Problemchen mit einem Picard darf nicht vergessen werden, dass es sich bei ihm um einen echt guten Kumpel handelt. Im Haus verhält er sich ruhig, dafür muss er draußen aber auch ordentlich beschäftigt werden. Das Wetter spielt dabei keine R’olle, ihm ist jedes Wetter recht – und das wünschter sich auchvon seinem Menschen. Ihm ist es wichtig, überall dabei zu sein. Er ist kein ‚Beißer“, würde aber im Ernstfall seine Familie gegen alles und jeden verteidigen.  Daher ist er für Schutzhundesport nur bedingt geeignet.

Wer sich für einen Picard entscheidet, sollte auf alle ‚Fälle schon Erfahrung mit Hunden haben. Er sollte sportlich und wetterfest sein, keinesfalls zur Spezies der Ungeduldigen gehören und genügend Durchsetzungsvermögen haben, denn wenn ein Picard auf Nachgiebigkeit stößt, setzt er seinen Dickkopf konsequent durch.