Herkunft des Hundes: Wölfe als Urahn des Haushundes ?

Geschrieben von Nito am August 5th, 2012 in Allgemeines

Wenn man Hunde-Experten befragte, würden die meisten sagen, die Hunde seien direkt aus den Wölfen hervorgegangen. Der britische Hunde-Experte und Tierarzt Bruce Fogle äußerte sich recht unmißverständlich, wenn er sagt: „Hunde sind Wölfe, obwohl sie manchmal aussehen, als trügen sie einen Schafspelz“. Wenn dies wahr wäre, bräuchten wir nur den Geist des Wolfes zu studieren, um zu entdecken, was es mit Geist und Verhalten und Intelligenz des Hundes auf sich hat.

Dieser Ansatz scheint plausibel zu sein. Wölfe sehen ihrer äußeren Gestalt nach tatsächlich hundeähnlich aus – auf den ersten Blick kann man etwa die Wölfe des Nordens kaum von den Deutschen Schäferhunden unterscheiden. Andere Wölfe  jedoch sind größer und ähneln mehr den Alaskan Malamutes oder Huskies.

Am anderen Extrem findet man einige Wölfe, die nach Körpergröße, Gestalt und Färbung dem Fuchs ähneln. Angesichts all dieser Variationen fällt es manchmal schwer zu entscheiden, ob bestimmte Tiere echte Wölfe sind oder nicht. So nennt man den Kojoten, der eindeutig zur Familie Canidae gehört, oft einen Präriewolf, obwohl einige Fachleute ihn als völlig eigenständige Gruppe ansehen, die nichts mit Wölfen zu tun hat. Noch schwieriger ist die Einordnung eines der kleineren Wölfe, der einen der längsten lateinischen Namen trägt – Canis niger seu rufuss – unter dem Namen Texanischer Mähnenwolf aber besser bekannt ist.

In manchen Verzeichnissen wird dieser als Fuchs eingestuft,. anderswo als Schakal undwieder anderen Werken als Kojote.

Manche Experten halten daran fest, dass die Hunde aus domestizierten Wolfsrassen hervorgegangen seien. Die grosse Vielzahl nach Körpergröße und Gestalt, die man bei Hunden findet, sei darauf zurückzführen, dass zu verschiedenen Zeiten verschiedene regionale Wolfsarten domestiziert worden seien. Demanch sollen die nördlichen Wölfe nicht nur die Urahnen der Deutschen Schäferhunde sein, denen sie so sehr ähneln, sondern auch von Malmutes, Samojeden und den anderen Huskies sowie von Chow-Chows, Elchunden, Collies und einigen kleineren Rassen wie etwa der Pommerschen Hütehunde, der Schipperkes und Corgis.

Zu den bestimmenden Merkmalen dieser Gruppe gehören ein keilförmiges Gesicht, grosse Spitzohren und eine üppige Rute. Die Bergwölfe, wie etwa der Tibetische Wolf, haben einen etwas kürzeren Fang und sollen die Urahnen der echten Jagdhunde, Mastiffs und Bulldoggen sein. Ein kürzerer, rechteckiger Fang und ein betonter Unterkiefer sind zwei der entscheidenden Merkmale dieser Linie.

Wölfe haben einzigartige und recht faszinierende Augen. Man braucht einem Wolf nur einmal in die Augen zu sehen, um zu erkennen, dass der Haushund nicht einfach ein gezähmter Wolf ist. Der Hund, Canis familiaris, hat kreisrunde Pupillen in denAugen. Viele Wolfsarten haben jedoch ovale, schräggestellte Pupillen, die ihnen einen besorgniserregend hundeunähnlichen Gesichtsausdruck verleihen, wenn man sie aus der Nähe ansieht.

Volkstümliche Vorstellungen von Verhalten und Wesen des Wolfs haben einigen Einfluss darauf gehabt, ob Wissenschaftler und Schriftsteller es für akzeptabel gehalten haben, der Wolf könne der Urahn des Haushundes sein. Überlieferte Vorstellungen vom Wolf sind für den Trost verantwortlich, den die meistenmenschen bei dem Gedanken empfinden zu scheinen, dass ihr Haushund tatsächlich ein gezähmter Wolf  sein könnte. Die Entwicklung dieses Sagen und Märchengutes ist eine interessante Geschichte für sich.